Oberligaaufstieg geschafft

TVBE-Nachwuchs erfährt im Training vom Aufstieg

Von unserem Mitarbeiter René Weiss

Bad Ems. Den Rechenschieber hatten sie beim TV Bad Ems im Vorfeld des zweiten Qualifikationsspiels ihrer B-Jugendlichen zur Handball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar ganz gewiss nicht bemüht. Als am Sonntagnachmittag in der Silberauhalle nach 50 gespielten Minuten der Endstand von 28:24 für die Gäste von JH Mülheim/Urmitz auf der Anzeigetafel stand, sprach Trainer Frank Schaust noch davon, am kommenden Wochenende die dritte und letzte Begegnung zwischen Mülheim/Urmitz und der HSG Wittlich am Liveticker verfolgen zu wollen und den Kombinierten vom Rhein die Daumen zu drücken, damit die Kurstädter eines der beiden Oberliga-Tickets zu lösen, die dem Handballverband Rheinland zustehen.

Dass seine Mannschaft wenige Minuten zuvor dieses Ziel bereits erreicht hatte, war ihm in diesem Moment genauso wenig bewusst wie den Spielern. Sie hatten im Eifer des Gefechts schlichtweg aus den Augen verloren, dass es – da bei einer Punktgleichheit das Torverhältnis das nächste Kriterium ist – keine Konstellation gibt, die den TVBE noch auf den undankbaren dritten Gruppenplatz verbannen könnte. Erst zwei Stunden nach dem Abpfiff wurde Trainer Schaust nach Rückversicherung, dass das Torverhältnis Vorrang genießt gegenüber dem direkten Vergleich, bewusst, dass er und seine Schützlinge demnächst zu ihren Partien in die Pfalz, nach Rheinhessen und ins Saarland reisen. „Cool, dann sind wir ja doch durch“, reagierte er im Gespräch mit unserer Zeitung spürbar überrascht auf die frohe Kunde. „Das werde ich der Mannschaft dann am Montag im Training mitteilen.“

Welcher Wind in der höheren Spielklasse weht, erfuhren die Bad Emser Akteure der Jahrgänge 2004 und 2005 gegen einen Gegner, der in der vergangenen Saison sowohl mit der B- als auch der C-Jugend in der Oberliga eine gute Rolle spielte. Schaust merkte, dass sein Team mithalten kann, auch wenn sehr viel von Torjäger Louis Herbel abhängt, der am Sonntag 10 von 24 Treffern seiner Mannschaft markierte. „Aber wir haben auch sehr viele Chancen vergeben. Damit war ich nicht zufrieden“, haderte der Trainer, der die vorgegebene taktische Marschroute zu häufig nicht eingehalten sah. „Wir wollten in die Tiefe gehen und mit Körperkontakt zum Abschluss kommen. Wenn wir dieses Rezept umsetzten, gelangen Tore, aber leider haben wir es nicht konsequent genug getan.“

Der größte Unterschied zwischen dem Neu-Oberligisten und dem in dieser Spielklasse etablierten Kontrahenten bestand in einer gewissen Abgezocktheit. Die Einheimischen besaßen durchaus die Chance, den Rückstand, der fast über die komplette Spielzeit hinweg um die drei Treffer betrug, mindestens in ein Unentschieden zu verwandeln, aber genau in diesen Phasen leistete sich die Schaust-Sieben mehr Fehler als Mülheim/Urmitz, das seine Torgefahr auf mehr Schultern verteilen konnte. Mit Linkshänder David Joel Wendling, in der abgelaufenen Saison mit 156 Toren in 15 Oberliga-Partien, Lukas Helf, Jona Rietz und dem körperlich Stärksten auf der Platte, Levent Boos, hatten die Kombinierten mehr torgefährliche Asse im Ärmel als die Ballwerfer von der Lahn. Das führte zwar zu eine Bad Emser Niederlage, die dem TVBE trotzdem den Aufstieg bescherte.

TV Bad Ems: Ben Dalkner, Mojo Düster - Magnus Eckhardt (4), Aaron Stephan (1), Luca Schrank, Christoph Vogel (1), Merlin Löffler, Lorenz Wiedenhues, Louis Herbel (10/2), Maximilian Hoff, Johannes Kind (4), Marc Sommer (1), Oliver Noll (1).

Rhein-Lahn-Zeitung Bad Ems vom Montag, 21. September 2020

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