Spieltag 14./15.12.2019

HSG er­wischt schwar­zen Tag

Hand­ball-Rhein­land­li­ga: Bad Ems/Ban­ner­scheid kas­siert def­ti­ge Aus­wärts­nie­der­la­ge in Trier

Trier. Die im Vorfeld geäußerten Befürchtungen haben sich bestätigt. „Eigentlich war es sogar noch schlimmer“, sagte Hanjo Neeb, Trainer der HSG Bad Ems/Bannberscheid, nach der 22:36 (9:18)-Niederlage in der Handball-Rheinlandliga bei der DJK/MJC Trier. Die Moselstädter spielen in ihren Heimpartien mit Harz – das wurde den Kombinierten zum Verhängnis. „Nach dem 22. technischen Fehler habe ich aufgehört zu zählen“, erklärte Neeb, dessen Team mit den Gegebenheiten überhaupt nicht zurechtkam, einen schwarzen Tag erwischte und in Trier frühzeitig ins Hintertreffen geriet.

Michael Schmitz erzielte das 1:0 für die Gäste, später glich Luca Reuter zum 3:3 aus – anschließend hatten die Kombinierten aus Kurstadt und Westerwalddorf aber nicht mehr viel zu melden. Die Trierer gingen erneut in Front und erspielten sich schon im Verlauf des ersten Durchgangs einen komfortablen Vorsprung. Mitte der ersten Hälfte trennten die Kontrahenten bereits sieben Treffer voneinander, zur Pause stand ein 18:9 für die Gastgeber zu Buche. „Wir haben einige freie Abschlüsse verballert. Mit einer solchen Ausbeute kann man in dieser Liga kein Spiel gewinnen“, kommentierte Neeb.

Durch den Rückstand ging bei den Bad Emsern und Bannberscheidern immer mehr das Selbstvertrauen verloren. „Man hat gemerkt, wie die Verunsicherung um sich greift. Es blieb keinem erspart – ob Rechtsaußen, Linksaußen, Kreisläufer, Rückraum: Keiner war dabei, der die Sache hätte an sich reißen können“, resümierte Neeb.

Für Hälfte zwei versuchten die Gäste, sich zu sammeln und zumindest noch einmal in Ansätzen heranzukommen. Max Baldus verkürzte auf 10:18, doch danach verbuchten die Trierer zwei Tore für sich und machten erst gar keine Anstalten, der HSG eine Möglichkeit für eine Aufholjagd zu geben.

„In der Halbzeit haben wir versucht, im Angriff umzustellen und weniger kompliziert zu spielen“, so Neeb, der aber auch erkannte, dass die psychische Komponente seinen Mannen mehr und mehr zu schaffen machte: „Man hat im Kopf, etwas aufholen zu müssen. Wenn dann jeder zweite Pass unsicher gespielt wird, geht das irgendwann so weit, dass man den Ball gar nicht haben will.“

Im weiteren Verlauf der Begegnung hielt die DJK die Auswärtigen stets auf Distanz und durfte sich über einen überraschend deutlichen Sieg freuen, während die HSG ihre zweite Niederlage in Folge kassierte und damit nach einer ansonsten ordentlichen ersten Halbserie als Tabellenfünfter überwintert. Großartig beschäftigen möchten sich die Kombinierten mit der Niederlage nicht mehr. „Wir müssen einen Haken hinter dieses Spiel machen und sind froh, dass erst einmal Pause ist“, bilanzierte Neeb. „In den vergangenen Wochen haben wir uns mit ein paar angeschlagenen Spielern durchgeschlagen. Wir werden nun erst einmal runterfahren und dann im neuen Jahr neu angreifen.“

Am 19. Januar beginnt für die HSG der zweite Teil der Saison mit einem Spiel gegen Fortuna Saarburg – spätestens dann soll der Auftritt an der Mosel vergessen gemacht werden. Lukas Erbelding

DJK/MJC Trier - HSG Bad Ems/Bannberscheid 36:22 (18:9)

Trier: Lofi – Heinz (2), P. Müller (6), Plausinaitis (8/4), Merten (3), Schwiderski (3), Zelzer (2), Flathmann (1), Collet (5), M. Müller (6), Legenhausen, Erfurth.

Bad Ems/Bannberscheid: Schwerdt, T. Schaust – M. Baldus (1), F. Schaust (1), J. Berges (1), Hering (1), Heinz (2/1), Reuter (1), A. Berges (2/1), Orth (5), Hrobarsch (1), Boinski (2), Schmitz (2), Herz (3).

Schiedsrichter: Bernd Kötz/Wolfgang Mildenberger (Kastellaun/ Tiefenstein)
Zeitstrafen: 2:1 - Siebenmeter: 4/4:3/2 -  Zuschauer: 150.
Spielfilm: 0:1, 3:1, 3:3, 5:3, 8:4, 12:5, 16:7, 18:9 – 18:10, 22:11, 23:13, 25:15, 28:17, 33:18, 34:20, 36:22.

Rhein-Lahn-Zeitung Bad Ems vom Montag, 16. Dezember 2019

 

Re­ser­ve ent­schei­det Der­by ge­gen die HSG Wes­ter­wald knapp für sich

Augen zu und durch – so lautete das Motto im Derby der Handball-Verbandsliga zwischen der HSG Bad Ems/Bannberscheid II und der HSG Westerwald. Den etwas besseren Überblick behielten am Ende dann doch die Gastgeber, die sich knapp mit 30:28 durchsetzten.
„Es war ein absolut zähes Spiel. Das Niveau war nicht so gut“, berichtete Andreas Klute, Spielertrainer der Gastgeber. Die Gäste, die auf dem vorletzten Rang stehen, blieben über die gesamte Spielzeit auf Schlagdistanz. Bis zur 18. Minute trennte stets nur ein Tor die beiden Teams. Dann erzielte Simon Berges das 9:7 für die gastgebende HSG, die sich anschließend zumindest zeitweise einen etwas größeren Vorsprung erarbeitete. Fünf Minuten vor Schluss führte sie mit 14:11, doch die HSG Westerwald kam noch einmal heran und glich aus, ehe Klute den 15:14-Halbzeitstand herstellte.

„Wir haben fünf Siebenmeter nicht gemacht. Dazu kamen technische Fehler. Wir haben den Gegner immer im Spiel gehalten“, sagte der Spielertrainer. Zumeist lagen die Bad Emser und Bannberscheider auch in der zweiten Hälfte in Front. Allerdings verpassten es die Heimischen, die Partie zu entscheiden. So wurde aus einem 20:17 (40.) innerhalb von drei Minuten ein 20:20, auch später glich die HSG Westerwald noch einmal aus (23:23, 53. Minute). „Es war immer eng. Wir haben es nicht geschafft, uns abzusetzen“, meinte Klute, dessen Team in der Endphase aber wieder vermehrt den Abschluss suchte, in Führung ging und diese auch nicht mehr aus den Händen gab.

Eine überzeugende Leistung zeigte dabei Torwart Matthias Berges, der angeschlagen war, sich aber in den Dienst der Mannschaft stellte und einige Paraden zeigte. „Wir sind auf der letzten Rille gegangen“, kommentierte Klute, der erleichtert ist, dass nun die Winterpause ansteht. Die Bilanz von sieben Siegen und fünf Niederlagen bei Platz vier kann sich aus Sicht der HSG-Reserve durchaus sehen lassen.
M. Berges – Driesch, Müller, Wallroth, Nils Hemmerich, Bader (2), S. Berges (7/1), Niklas Hemmerich (1), A. Berges (8), Klute (6/4), Helbach (6).

Rhein-Lahn-Zeitung Bad Ems vom Montag, 16. Dezember 2019

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