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Historie

Am 9. September 1861 kamen ca. 70 Turnfreunde in Ems zusammen, um die Gründung eines Turnvereins zu Ems zu beschließen. Provisorischer Vorsitzender war Ed. Jung. Die Versammlung wählte einen Ausschuss, der zur Ausarbeitung der Statuten des Vereins beauftragt wurde. Ihm gehörten Carl Werner, Fr. Kurz, Ed. Jung, Hch. Linkenbach, D. Düringer, A. Kauth und G. Herrmann an.

Am 17. September 1861 wurde der erste gewählte Vorstand ermittelt. Vorsitzender wurde Carl Werner (gleichzeitig Sprechwart). Weitere Mitglieder des Vorstandes waren Carl Lewander (Turnwart), August Kauth (Stellvertretender Turnwart), Gg. Herrmann (Schriftwart), Ed. Jung (Kassenwart), Carl Goebel (Zeugwart) und Carl Hoeck (Stellvertretender Zeugwart).

Von 1861 bis 1866 verzeichnet das "Protocollbuch des Turn-Vereins zu Ems" 44 Versammlungen, deren wichtigste Beschlüsse im Wortlaut wiedergegeben sind. Die letzte Eintragung erfolgte am 17. Februar 1866. Die damalige Krisenzeit ging auch am Turnverein nicht spurlos vorüber. Die Mitgliederzahl verringerte sich und das Vereinsleben kam völlig zum Erliegen.
Erst neun Jahre später, am 18. September 1875, konnte im Flöckschen Lokal mit 12 Mitgliedern der Turnverein wieder aufleben. Die Teilnahme an den Vereins-, Gau- und Kreisfesten zeigt eine rege Tätigkeit. Ein Höhepunkt war der Besuch des 9. Turnfestes in Hamburg vom 23. bis 27. Juli 1898. Im Jahre 1900 feierte der ,,Turn-Verein Ems" sein 25jähriges Jubiläum. Der Mitgliederstand betrug 233.
Die Ausrichtung des Gauturnfestes vom 11. bis 13. August war der Höhepunkt im Jubiläumsjahr.

Im Jahre 1909 wurde die Städtische Turnhalle auf dem Gelände des jetzigen Thermalhallen- und -freischwimmbades fertiggestellt. In einem festlichen Zug erfolgte am 6. November 1909 der Einzug in die neue Übungsstätte.
Die Gaststätte C. Flöck blieb Vereinslokal. Die Stadtverwaltung stellte dem Verein die Dachgeschossräume in der neuen Turnhalle zur freien Verfügung. Das Heinrich-Wagner-Zimmer mit seinen Nebenräumen, benannt nach dem langjährigen Vorsitzenden und Gauvertreter, wurde eingerichtet und diente als Sitzungsraum und Archiv sowie zur Materialablage.
Die neue Übungsstätte brachte in der Folgezeit für den Spielbetrieb des Vereins einen weiteren Aufschwung. Wettspiele mit anderen Vereinen wurden durchgeführt, und zwar wurden Trommelball, Faust-, Schlag- und Fußball gespielt. Wanderungen, die oftmals über 30 bis 50 km lange Wegstrecken führten, festigten die Gemeinschaft. Turner und Turnerinnen lernten auf diese Weise unsere schöne Umgebung und Heimat kennen.

Der erste Weltkrieg von 1914 bis 1918 brachte dem Vereinsleben gewaltige Rückschläge. Viele Turnbrüder wurden eingezogen und zu den Waffen gerufen. Obwohl die Turnhalle anderweitig genutzt, es an Heizmaterial und Beleuchtung mangelte, wurde der Turnbetrieb in beschränktem Umfang weitergeführt. Die sich an das Kriegsende anschließende wirtschaftlich schlechte Lage und die Geldentwertung mit ihren zeitweise katastrophalen Verhältnissen, schreckten die Turner nicht zurück, der Vereinsarbeit wieder neue Impulse zu geben.

Im Jahre 1921 wurde eine von 1928 bis 1934 sehr erfolgreiche Handball- und im Jahre 1928 eine Hockeyabteilung gegründet. Die Fußballabteilung hatte sich aufgelöst.

1925 - 50jähriges Jubiläum
Im Jubiläumsjahr veranstaltete der Turnverein das Gauturnfest. 1926 entstand ein zweiter Turnverein in Bad Ems. Dem geschickten Verhalten der Vorsitzenden beider Vereine ist es zu verdanken, daß es trotz gewisser Rivalität gelang, die grobe Linie der Turnerschaft nicht zu verlieren und den Zusammenschluss zu einer Interessengemeinschaft zu vollziehen, die sich am 16.2.1933 auflöste und im Zuge der Gleichschaltung zur Turngemeinde zusammenschloss.

Die Deutschen Turnfeste 1928 in Köln und 1933 in Stuttgart wurden besucht. Die Leistungen unserer Teilnehmer in Stuttgart, dem bis heute größten deutschen Tumfest, wurden mit ,,Gut" und ,,Sehr gut" bewertet. Am Fest des Reichsbundes für Leibesübungen in Breslau im Jahre 1938 nahm eine Faustballmannschaft teil. Einige Mitglieder fungierten als Schieds- und Kampfrichter.

Die politischen Ereignisse nach 1933 griffen in das Vereinsleben ein. Der Zusammenschluss aller leibesübungtreibenden Vereine wurde befohlen. So kam es, dass am 21.5.1938 die Turngemeinde und der Sportverein 09 unter dem Namen ,,Turn- und Sportvereinigung Bad Ems" zusammengeschlossen wurden.

1931 gedachte der Turnverein in einem Werbe- und Schauturnen Heinrich Wagner, der in den Jahren 1881 bis 1922 als Vorsitzender dem Turnverein Bad Ems vorstand und den Verein wesentlich prägte.

Neben der Vereinsarbeit war Heinrich Wagner über 40 Jahre Erster Gauvertreter des Gaues Lahn-Dill. Seit 1919 war er Ehren-Gauvertreter, nachdem er sich etwas von der Turnarbeit zurückgezogen hatte. H. Wagner war im Besitze des Ehrenbriefes der Deutschen Turnerschaft und schließlich Ehrenmitglied, der höchsten zu vergebenden Auszeichnung.

Der zweite Weltkrieg und die nachfolgende Besatzungszeit brachten das turnerische Vereinsleben gänzlich zum Erliegen. Erst nach Überwindung der schlimmsten persönlichen und wirtschaftlichen Nöte und nach Erteilung der Genehmigung zur Bildung von Turnvereinen durch die Besatzungsmacht im Jahre 1949 konnte an den Neubeginn eines Turnbetriebes gedacht werden.

Von einem vorbereitenden Ausschuss wurde noch im selben Jahr eine Gründungsversammlung einberufen und in der Versammlung ein Vorstand einstimmig gewählt. Der Vorstand setzte sich überwiegend aus frühen Mitgliedern zusammen.

Das 75jährige Vereinsjubiläum wurde im Oktober 1950 begangen. Die Mitgliederzahl hatte bereits wieder die Zahl 456 erreicht. Die Turner knüpften an die alte Tradition an.

Zum ersten Mal wurde der Tag der Turnerin begangen. Stiftungsfeste und Familienabende bei denen turnerische Leistungen vorgeführt wurden, festigten die Gemeinschaft. Auch bei den Weihnachtsbällen und Karnevalsveranstaltungen traf sich die Turnerfamilie.

Vom September bis Oktober 1964 feierte der Verein sein 100jähriges Bestehen.

Ende der sechziger Jahre musste die alte Turnhalle einem Thermalhallen- und -freischwimmbad weichen. Ein neues Gymnasium mit Turnhalle auf dem seitherigen Sportplatz vor dem Schlachthof wurde errichtet. Ein neuer Sportplatz am Hasenkümpel ausgebaut. Die neue Turnhalle am Hasenkümpel mit der Größe 33 x 18 m, konnte im Jahre 1970 ihrer Bestimmung übergeben werden. Es folgte dann der Bau einer weiteren Turnhalle an der Freiherr-vom-Stein-Schule und die notwendigen Verbesserungen des Sportplatzes in der Wiesbach. Diese Sportstätten erweiterten die Möglichkeit eines geregelten, wenn auch beschränkten, Turn- und Sportbetriebes für Schulen und Vereine. Mit der Fertigstellung des Stadions im Juli 1981 und der Sporthalle 45 x 27 m im Oktober 1983 auf der Insel Silberau wurde in Bad Ems schließlich ein Angebot an Übungs- und Sportstätten geschaffen, das den heutigen Anforderungen entspricht.

1986 feierte der Verein sein 125jähriges Jubiläum. Die Mitgliederzahl des Turnvereins Bad Ems betrug damals fast 1350. Der Turnverein war damit inzwischen zum größten Verein des Rhein-Lahn-Kreises und des Turnverbandes Mittelrhein angewachsen.

Die Vorsitzenden des Turnvereins Bad Ems

     
1861 - 1866   C. Werner
1875 - 1876   W. Ströhmann
1876 - 1879   J. Dickhaut
1879 - 1880   C. Acht
1880 - 1881   H. Groß
1881 - 1922   H. Wagner
1922 - 1933   W. Stroh
1933 - 1938   A. Groß (Vors. Turngemeinde)
1938   Dr. Bleudgen (Vorsitzender Turn- u. Sportverein)
1949 - 1951   Willi Hagert
1951 - 1960   August Lotz
1960 - 1964   Otto Dießel
1965 - 1968   Dr. Paul Schuck
1968 - 1972   Dr. Johannes Töniges
1972 - 1975   ohne Vorsitzenden (kommissarisch: Klaus Lotz)
1975 - 1978   Willi Diel
1978 - 1987   Hans Georg v. Klitzing
1987 - 2005   Helmut Ebert
2006 - heute   Achim Deusner

Im sportlichen Bereich taten sich besonders hervor:

Willi Hagert, Wilhelm Arlt, Karl Schulz, Heinz Besant. Außerdem Helmut Wagner, der seit 1966 dem Vorstand angehört.

 

Datum der letzten Bearbeitung: 16.10.2003