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Bericht in der Rhein-Lahn Zeitung vom 28. September 2004 über das Schiedsrichtergespann Henning Bargmann/Daniel Stein.

"Die Profis testen uns"

Daniel Stein und Henning Bargmann touren als Jung-Schiedsrichter durch die 2. Handball Bundesliga

Wenn sie die Halle betreten, schaut so mancher Zweitliga- Routinier schon mal kritisch drein: So jung und schon Bundesliga-Schiri? Wenn sie das Parkett nach getaner Arbeit wieder verlassen, haben der Bad Emser Henning Bargmann und Daniel Stein aus Moselweiß in der Regel auch die alten Hasen des Handball-Geschäfts von ihrem Können überzeugt.

BAD EMS/MOSELWEISS. Der Dienstagabend, 19.45 Uhr, ist für Henning Bargmann und Daniel Stein auch nach getaner Arbeit fast immer fix verplant. Dann überträgt das DSF das Spitzenspiel der Handball-Bundesliga - ein Pflicht- Termin für Bargmann und Stein. Denn die Analyse der Dienstags-Spiele gehört zum Standard für DHB-Schiedsrichter. Und die beiden, gerade 23 Jahre alt, gehören zum DHB-Perspektivkader und leiten Spiele von der Oberliga bis hinauf in die 2. Bundesliga.

Daniel Stein (TV Moselweiß) und Schiedsrichter- Partner Henning Bargmann, der auch für den TV Bad Ems in der Oberliga spielt, legten vor sieben Jahren die Prüfung ab. Als Jugendspieler lernten sich beide kennen und beschlossen 1998, fortan als Schiedsrichter-Gespann Spiele zu leiten. Mit Erfolg. In wenigen Jahren sind beide nun im erweiterten DHB-Kader angekommen. "Im vergangenen Jahr hatten wir schon 15 Einsätze im DHB-Bereich", sagt Stein. Und gerade bei diesen Spielen auf höherer Ebene stehen die beiden jungen Schiedsrichter oft vor schwierigen Bewährungsproben. "Die Profis testen uns natürlich aus. Es ist eine bewusste Beeinflussung da. Aber davon lassen wir uns nicht verrückt machen", so Stein.

Neben den Spielen am Wochenende und dem Video- Studium muss das Gespann jährlich drei Lehrgänge absolvieren. "Da geht die Zeit schon ziemlich schnell weg", sagt Henning Bergmann, der genauso wie Stein einen kaufmännischen Beruf ausübt. Neben den Lehrgängen sind natürlich auch die Spiele selbst sehr zeitraubend. "Vor wenigen Wochen mussten wir über 300 Kilometer zum Spielort anreisen", so Bargmann. Viel Zeit für ein geruhsames Wochenende bleibt für die beiden damit nicht mehr.

Trotz so mancher Entbehrungen haben beide "unheimlich viel Spaß am Pfeifen" (Stein) und wollen natürlich auch irgendwann in der ersten Handball-Bundesliga ankommen. "Unsere Linie ist ziemlich gleich", beschreibt auch Bargmann die Stärken des Schiri-Duos. "Und das ist sehr wichtig für ein gutes Spiel." Obwohl die beiden Unparteiischen noch sehr jung sind, müssen sie häufig an einem Wochenende sogar zwei Mal pfeifen.

Speziell bei den Lehrgängen nutzen beide die Möglichkeit zum Austausch mit anderen Gespannen. "Von den Leuten aus der ersten Liga kann man unheimlich viel lernen", sagen die jungen Unparteiischen gleichermaßen. Wenn aber nach einer schwierigen Begegnung noch Fragen zwischen den beiden zu klären sind, dann werden diese gleich auf der Rückfahrt diskutiert. Genügend Zeit ist ja vorhanden - jedenfalls bei einer Heimfahrt von 300 Kilometern. Martin Neumann
(RLZ vom 28.09.2004)